Lexikon

Probezeit

Die Vereinbarung einer Probezeit soll es Arbeitnehmer und Arbeitgeber ermöglichen, sich ein Bild darüber zu machen, ob eine dauerhafte Zusammenarbeit in ihrem Sinne ist.

Das befristete Probearbeitsverhältnis

Die gegenseitige Erprobung kann zunächst in einem befristeten vorgeschalteten Arbeitsverhältnis stattfinden. Das Arbeitsverhältnis endet dann automatisch mit Ablauf der Probezeit, sofern nicht ein neuer Arbeitsvertrag geschlossen wird. Eine Kündigung ist nicht erforderlich.

Dieses vorgeschaltete Probearbeitsverhältnis darf nur so lange dauern, wie es in etwa zur Beurteilung nötig ist. Bei besonders anspruchsvoller Arbeit kann eine Befristung von über neun Monaten gerechtfertigt sein, bei besonders einfachen Arbeiten dagegen nur eine Befristung von vier Monaten.

Wichtig ist, dass die Befristung ausdrücklich und schriftlich erfolgen muss, um wirksam zu sein. Sofern nicht etwas anderes vereinbart ist, ist eine ordentliche Kündigung während der Befristung nicht möglich.

Vorgeschaltete Probezeit

Fehlt es an der Befristungsabrede, wurde ein unbefristetes Arbeitsverhältnis geschlossen. Die Vereinbarung einer Probezeit führt dann dazu, dass sich – längstens für die Dauer von sechs Monaten – die gesetzliche Kündigungsfrist auf zwei Wochen verkürzt. Stellt sich während dieser Zeit heraus, dass das Arbeitsverhältnis nicht aufrechterhalten werden soll, wird eine Kündigung damit erleichtert.

Mindestvertragslaufzeit

In Ausnahmefällen wird eine Probezeit vereinbart, um eine ordentliche Kündigung bei einem unbefristet geschlossenen Arbeitsvertrag für eine gewisse Zeit auszuschließen. Während der Erprobung soll es gerade nicht möglich sein, zu kündigen, sondern der Arbeitnehmer wird an den Betrieb gebunden. Er hat somit eine bestimmte Zeit, um sich zu bewähren, ohne ordentlich gekündigt werden zu können.

Gesetzliche Probezeit

Zuletzt bestimmt das Kündigungsschutzgesetz, dass sein Schutz erst nach sechsmonatiger ununterbrochener Beschäftigung eintritt.  Dadurch wird es dem Arbeitgeber ermöglicht, den Arbeitnehmer kennenzulernen. Während dieser Wartezeit kann das Arbeitsverhältnis ohne besondere Voraussetzungen beendet werden. Die gesetzliche Probezeit muss nicht vereinbart werden, sondern gilt automatisch. Es ist allerdings möglich, die Probezeit zugunsten des Arbeitnehmers zu verkürzen, sodass er schon früher in den Genuss des Kündigungsschutzes kommt.

 

Die Partnerschaft Himmelsbach & Sauer in Lahr zwischen Freiburg und Offenburg (Ortenaukreis) kann Ihnen bei Fragen in Bezug auf die Probezeit weiitere Auskünfte erteilen und Sie beraten, wenn Ihnen während der Probezeit gekündigt wurde oder Sie kündigen möchten.

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